Unsere Games 2018

Wenn es eines zum Jahresanfang gibt, dann „Unsere Games 2018“. Überall, auch bei uns. Deshalb stellen Nico, Thomas und Alex ihre Spiele 2018 vor und erklären warum diese Spiele so wertvoll sind.

Assassin´s Creed Odyssey (Nico)

Assassin’s Creed Odyssey beginnt mit der legendären Schlacht bei den Thermopylen, welche seit dem erfolgreichen Film „300“  im Kopf geblieben ist. Als König Leonidas von Sparta  höchstpersönlich macht ihr euch mit den ersten Kampfmechaniken vertraut und verschaft euch einen Eindruck auf die neuen Massenschlachten, die man als Neuheit im Spiel erwarten darf. Erst nach 5 – 6 Stunden beginnt das eigentliche Abenteuer, vorausgesetzt man erkundet die erste Insel komplett.

Erstmals in der Spielereihe lässt euch der Titel die Wahl zwischen einem männlichen (Alexios) und einer weiblichen Hauptfigur (Kassandra). Diese Wahl ist allerdings nicht nur optischer Natur, sondern hat enorme Auswirkungen auf Geschichte, Gameplay und Entscheidungen im Spiel. Doch bis es soweit ist, geht einige Zeit ins Land. Immerhin wird euch Assassin’s Creed Odyssey über 100 Stunden beschäftigen – vorausgesetzt ihr wollt wirklich jeden Winkel der riesigen Welt erkunden. 

Mit den neuen Dialogsystem ist Assassin’s Creed Odyssey zudem ein waschechtes Rollenspiel. In vielen Gesprächen lässt euch der Titel die Wahl für reichlich Entscheidungen. Je nachdem für welche Variante ihr euch entscheidet, hat dies enorme Auswirkungen auf den Verlauf der Missionen und umfangreiche Konsequenzen für den weiteren Spielverlauf. Das bringt frischen Wind für die Spielreihe!

Assassin’s Creed Odyssey bietet unglaublich viel und das Meiste davon funktioniert besser als jemals zuvor. Ubisoft ist es tatsächlich gelungen, das geniale Origins nochmals zu toppen, weshalb wir es hier, in meinen Augen, mit dem besten Assassin’s Creed aller Zeiten und einem Kandidaten für die engere Wahl zum Spiel des Jahres zu tun haben.


Divinity Original Sin 2 – Definitive Edition (Thomas)

Vielleicht fragt sich der Leser schon bei der Überschrift: Wieso ist gerade ein Spiel aus 2017 mein persönliches „Spiel des Jahres 2018“? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Die Definitive Edition

Am 31.08.2018 veröffentlicht der belgische Entwickler Larian Studios, für das schon extrem gut bewertete Rollenspiel Divinity Original Sin 2, einen neuen Content Patch, der es in sich hat. Alleine der dritte Akt des Spiels wurde mit mehr als 150.000 Zeilen an Handlung neu- oder umgeschrieben, sodass selbst für mich, der das Originalspiel schon fesselnd fand, das Spielerlebnis fast wie neu war. Und damit kommen wir schon zu meinem zweiten Grund.

Der hohe Widerspielwert

Die unglaubliche Charaktervielfalt und Entwicklungsmöglichkeit der einzelnen Helden, die verschiedenen Wege einzelne Quests zu lösen und die Auswirkungen, die der eingeschlagene Pfad auf das gesamte weitere Spiel haben, machen dieses Spiel für mich zu einem wahren Schatz an Entertainment. Der Spieler steuert zwar vier verschiedene Charaktere, doch die 14 verschiedenen Klassen und ihre individuellen Spezialisierungsmöglichkeiten, lassen so viel Gestaltungsfreiheit, wie kaum ein RPG zuvor.

Storyline und Spielewelt

Doch nicht nur die Charaktere sind in ihrer Einzigartigkeit bei jedem weiteren Durchspielen besonders, sondern auch die Welt, die Quests und die Hauptstory können mit einer Spieltiefe aufwarten.. Bewegt man sich durch die einzelnen Abschnitte der verschiedenen Spielakte, hat man das Gefühl, jeder NPC, jedes Tier und jeder Baum ist mit viel Bedacht genau an diese Stelle programmiert worden. Hinter jeder Ecke lauert eine neue Quest, jeder Stein kann ein geheimer Eingang in eine unterirdische Höhle sein und bei jedem NPC überlegt man zweimal, welche Antworten man der Person gibt. Denn alles hat Konsequenzen in Divnity Original Sin 2. Doch obwohl die Welt mit ihrer Größe nicht vergleichbar mit einem Open-World Game wie Elder Scrolls oder anderen Schwergewichten der Branche ist, ist es gerade diese Detailvielfalt, die das Spiel so besonders machen. Und dazu kommen noch deine Gefährten. Sobald man sich für drei Begleiter entschieden hat und die Vierer-Gruppe komplett ist, wirken sich deine Entscheidungen auch auf sie aus und sie versuchen dir mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dabei ist jede individuelle Story deiner Gefährten mindestens so spannend wie der Hauptquest. Und dieser hat es in sich. Der Quest führt dich sehr gut durch die einzelnen Akte und Bereiche der Welt und ist nicht nur gut erzählt sondern auch für den Spieler sehr fordernd. Und wie schon erwähnt, je nachdem wie man sich entscheidet, geht das Spiel auf eine andere Weise weiter.

Das Kampfsystem

Der letzte Grund für mich ist das Kampfsystem. Am Anfang war ich nicht begeistert von den rundenbasierten Kämpfen und hatte schon meine Zweifel, ob das Spiel vielleicht ein Fehlkauf war. Doch sobald das Tutorial abgeschlossen war und es ans Eingemachte ging, zündete bei mir der Funken Leidenschaft. Da ich das Spiel mit einem guten Freund im Koop-Modus durchgespielt habe, steuerte jeder von uns zwei Charaktere. Und sobald es in die Kämpfe ging, wurde taktiert, diskutiert, gespeichert und geladen als ob wir in einer Kriegssimulation wären. Dabei kam es vor, dass wir für einen Kampf teilweise mehr als eine Stunde Zeit brauchten, da auch der hohe Schwierigkeitsgrad sehr fordernd ist. Doch sobald es nach dem fünften oder sechsten Anlauf klappt, ist das Erfolgserlebnis und die Befriedigung so groß wie in kaum einem Spiel zuvor. Dabei steigert sich die Komplexität auch von Kampf zu Kampf, denn nicht nur unsere Charaktere, sondern auch die gegnerischen NPC’s bekommen immer mehr Fähigkeiten im Spielverlauf dazu. Die Wechselwirkungen zwischen einzelnen Zaubern, die Naturgesetze, die in jedem Kampf eine Rolle spielen und die, durch die Spielewelt vorgegebenen, taktischen Möglichkeiten jedes Kampfplatzes, lassen auch beim vierten Mal laden den Kampfverlauf anders ausgehen. Als kleines Beispiel: Fügt dein Ritter dem Gegner eine blutende Wunde zu, steht dieser in einer Blutlache. Setzt du mit deinem Magier einen Blitz-Zauber gegen diesen Gegner ein, bekommt nicht nur der NPC schaden, sondern auch dein Ritter, der direkt vor ihm in seinem Blut steht. Denn Blut leitet Elektrizität. Und selbst wenn man sicher ist, alles bedacht zu haben, hält Divinity Original Sin 2 in jedem Kampf noch eine Überraschung für dich bereit.

Im Grunde hat das Spiel für mich, als RPG-Fan, alles was das Genre ausmacht. Das kostenlos bereitgestellte Update 2018, macht das Spiel für mich zu einem Dauerbrenner über mehrere Jahre.


Kingdom Come: Deliverance (Alex)

Fliegende Pfeile, galloppierende Pferde – Kingdom Come: Deliverance bietet das komplette Mittelalter im Bereich Gaming. Für mich als Theologen und Historiker ist dieses Spiel mehr als nur ein Spiel: Es ist ein Stück spielbare Geschichte. Wichtige Charaktere, Klöster und eine wirklich sehr starke Recherchearbeit für dieser Zeit, machen das Spiel zu meinem absoluten Highlight im Jahr 2018.

Die Story

Wer den historischen Background von Kingdom Come: Deliverance kennt, weiß warum Sigismund sein unwesen treibt, die Hussiten langsam an Anhängern gewinnen und eigentlich das ganze Gebiet von Osteuropa aus dem Häuschen ist. Es steht ein Krieg zwischen König Wenzel und König Sigismund im Raum und eigentlich will Sigismund nur der beliebte König in Böhmen werden, was er mit eiserner Hand durchdrücken möchte. Während dieser Zeit kommt unser Heinrich ins Spiel. Er, der Schmiedesohn, schlägt sich nach einem Angriff der Hussiten durch die harte, dreckige Welt.

Die Reise beginnt als Schmiedesohn und Flüchtling. Für unsere Zeit ist Letzteres ein aktuelles Thema und zeigt uns eigentlich: Das Verhalten hat sich nie verändert. Flüchtlinge sind Fremde und Fremden traut man nicht über den Weg. Erst recht nicht, wenn sie keine Bleibe haben. Gerade Heinrich bleibt aber nicht der typische Flüchtling, der auf der Straße schief angeguckt wird. Warum? Er arbeitet sich nach oben, vom Schmiedesohn zum Ritter und hilft den Anwohnern in der Spielewelt. Je besser wir gekleidet sind und je mehr wir geholfen haben, desto positiver gehen die Menschen mit uns um. Der Rest der Flüchtlinge wird trotzdem drittklassig behandelt.

Damit das Spiel nicht zu einem Lauf- und Reitsimulator wird, treffen wir viele Charaktere: Henker, Dirnen, Bettler, Händler, Ritter, und, und, und. Alle diese Personen stehen symbolisch für ihre Berufe ein und zeigen wie die Welt im 15. Jahrhundert tickt. Das ganze Spiel ist eine mögliche Variante der Vergangenheit und sieht dabei sehr gut aus! Denn die Lebensläufe sind sehr gut recherchiert, wenn auch letztendlich fiktiv. Aber man fühlt den Zeitgeist heraus.

Aber nicht nur die Story und die Welt begeistern. Das innovative Kampfsystem, was schwierig ist zu meistern, gibt den Spiel den charmanten Reiz. Es ist nicht das typische Klicken und Schlagen wie es aus anderen Spielereihen bekannt ist. Auch ist es nicht mit einem Witcher 3 zu vergleichen, da es erstens ausschließlich in First Person gespielt wird und zweitens Witcher 3 in einer Fantasy mit einem Hexer, mit übernatürlichen Fähigkeiten, spielt. Das Bogenschießen ist mitunter sehr schwer, ist jedoch mit steigender Stufe immer leichter abzuschätzen. Das interessante dabei: Man hat das Gefühl, dass man als Spieler immer besser wird und nicht Heinrich, unser Held, derjenige ist der dazu lernt. Jedoch, sobald man ein neues Spiel beginnt, merkt man wie schlecht man eigentlich ist und wieviel die Stufe von Heinrich ausmacht.

Alles in Allem setzt das Spiel neue Maßstäbe und das setzt es gut durch. Klar, waren die Bugs anfangs bis zum Gamebreaking vorhanden. Aber die Entwickler haben geschworen nachzubessern und nach vielen Patches und DLC’s hat sich die Spielqualität verbessert. Die Entwickler sollten in diesem Bereich weiterarbeiten, denn als Erstlingswerk ist das Spiel genial! Deswegen schreien wir: „Jawohl Meister, mehr davon!“.